WB EUROPASCHULE
VOLKSCHULE UND MITTELSCHULE
DER STADT LINZ

2. PRIZE

DREI DIE ZUSAMMEN WACHSEN

ARCHITEKTUR – Respekt und Qualität

Der bestehende Turnsaaltrakt sowie der Schultrakt aus den 1950er Jahren wird durch einen klaren Baukörper verbunden, welcher die Flucht der prägenden Fassaden der Bestandsschule aufnimmt. Aus Respekt zu den Bestandsbaukörpern wird der Neubau von diesen durch 2m breite Fugen lesbar abgesetzt. In den Fugen wird der Aufzug zur barrierefreien Erschließung sowie eine Fluchttreppe untergebracht.

Der Neubau wird in einer Beton–Tragstruktur konzipiert, Fassaden werden in Holz – Ständerbauweise errichtet, was neben Aspekten der Nachhaltigkeit auch einer Optimierung der Bauzeit gezollt ist.

Die Fassade des Neubaus wird mit einer geflämmten Holzschalung verkleidet. Das Untergeschoss (Eingangsgeschoss) wird transparent gestaltet, während im Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss teilweise Brüstungen und opake Elemente eingesetzt werden. Der Fassade vorgesetzte vertikale Holzlamellen in den beiden Obergeschossen nehmen das stringente Raster des Bestandsbaukörpers auf, ohne diesem konkurrieren zu wollen und fassen den Neubautrakt in seiner äußerenErscheinung.

Im Ausbau von sowohl Neubau- als auch Bestand werden vorrangig unbehandelte Naturholzelemente eingesetzt, welche das Raumklima fördern und sowohl haptisch als auch atmosphärisch für Wohlbehagen sorgen.

Dem Entwurf liegt die Intention zugrunde alle Bereiche der Schule als Erlebnis-, Kommunikations- und Lernflächen nutzen zu können. Das Prinzip der Mittelgangschule soll durch zurückhaltende Eingriffe gebrochen werden, Durch- und Ausblicke fördern das soziale Miteinander und die Tageslichtnutzung. Die Aufweitung der Mittelzonen schafft Marktplätze, welche durch raumtrennende Möbelelemente und Sitznischen zur vielfältigen Nutzung einladen.

BESTAND – Maximale Qualität durch minimale Intervention

Wie gefordert sieht der Entwurf zurückhaltende Maßnahmen im Bestand vor. Durch zurückhaltende Maßnahmen wird dennoch der Charakter der Mittelgangschule gebrochen, Aus- und Durchblicke sowie Marktplätze werden eingeführt und die Tageslichtnutzung optimiert.

Die Räume der Volksschule werden in ihrer bestehenden Gestalt erhalten. So weit wie möglich werden die Wände vom Mittelgang zu den Klassen geöffnet, um durch Sitznischen mit Glasöffnungen Durchblicke zu

ermöglichen, Aufenthalts- und Lernzonen zu schaffen sowie Tageslicht in die Kernzone zu bringen.

Im Untergeschoss werden die Freizeiträume an die Südwest-Fassade verlegt, um die Nachmittagssonne zu nutzen. Ihnen vorgelagert wird eine Terrasse sowie ein Schulgarten mit (Hoh-) Beeten vorgeschlagen. Der Speiessaal wird an die Nordostseite verlegt. An diesen angrenzend liegt die Aufwärmküche, welche über eine Kommunikationszone direkt mit der Lehrküche verbunden ist.

Der bestehende Eingangsbereich zur Schule im Südosten bleibt erhalten – die Treppen, welche im Bestand zur Garderobe führten, dienen als „Shortcut“ zu den Freizeitbereichen und dem Speisesaal.

Das bestehende Atrium im Südosten wird durch Entfernung der Schulwartloge erweitert. An der Südostfassade im Bereich des Bestandsstiegenhauses werden Leseecken und Kommunikationszonen vorgeschlagen. Die Schulwartwohnung wird entkernt und zum Lagerraum umgenutzt.

Im zweiten und dritten Obergeschoss werden bei Erhalt des Tragsystems die Mittelzonen erweitert, um die Cluster durch Marktplätze aufzuwerten, welche Jahrgangsübergreifendes Lernen fördern. Im zweiten Obergeschoss werden die Gruppenräume an die Südwestfassade gelegt und können zum Marktplatzhin großzügig geöffnet werden.

Sonderräume wie Physiksaal, Musikraum und EDV Raum liegen im zweiten und dritten Obergeschoss an der Südwestseite und sind räumlich von den Klassen – Clustern getrennt.

NEUBAU – Das neue Herz der Schule

Im Untergeschoss öffnet sich die Schule zum neuen, einladenden Vorplatz an der Honauerstraße. Über einen Windfang mit angebundener Schulwartloge gelanen die Schüler direkt über die „schmutzige Treppe“ in die im Untergeschoss untergebrachte Zentralgarderobe oder aber in das neue, multifunktional nutzbare Atrium. Bibliothek und Multimediaraum sind zum Atrium hin öffenbar, sodass deren Fläche gemeinsam mit dem Atrium nutzbar ist. Der Speiseraum sowie die Küchen stehen in Naheverbindung. Im Nordosten ist dem Atrium sowie der Bibliothek bzw. dem Multimediaraum eine Leseterrasse vorgelagert.

Das Erdgeschoss des Neubaus gliedert sich in zum einen die Umkleiden sowie Sanitärräume welche dem kleinen Turnsaal zugeordnet sind, zum anderen wird der Werkcluster ergänzt. Eine über dem Windfang gelegene, nach Südwesten orientierte Werkterrasse ermöglicht die Bearbeitung von Werkstücken im Freien. Der Werkcluster ist von beiden Schultypen aus auf kürzestem Weg erreichbar.

Im ersten Obergeschoss des Neubaus wird die neue Verwaltung sowie die Schulmedizin untergebracht. Im Südwesten ist den Räumen eine überdachte Terrasse vorgelagert.

Auf dem Dach des Neubautraktes wird eine Dachterrasse vorgesehen, welche neben befestigten Bereichen auch Platz für Schulgärten bietet. Über die Dachterrasse wird ein durch Metallgewebe gesicherter Sportplatz am Dach des kleinen Turnsaals vorgeschlagen.

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