WB HLBA PITZELSTÄTTEN
STÄDTEBAU
Das Ensemble der HBLA Pitzelstätten basiert auf einer ehemaligen Burg, welche im 16. Jahrhundert zum Schloss umgebaut wurde. Die das Schlossgebäude erweiternden Schul- und Internatsbauten gliedern das Areal in unterschiedliche Höfe und Freibereiche.
Die Schulbauten bilden mit dem Schloss die größten Kubaturen in der unmittelbaren Umgebung und prägen das umliegende Landschaftsbild. Prägnant sind die drei Riegel (Südtrakt, Nordtrakt, Schule), welche sowohl mit den Bebauungsformen der Umgebung als auch mit dem Volumen des Schlosses brechen.
Der Zubau zum Schülerheim gibt die Gelegenheit den Nukleus des Schulcampus neu und zeitgemäß zu fassen und ihm ein neues Gesicht zu verleihen. Der Erweiterungsbau wurde bewusst nicht als weiterer Riegel geplant, um die Kubatur am Außenrand des Campusgeländes wieder auf das Verträgliche Maß des Schlosses zurück zu führen. Es wurden daher zwei rechteckige Volumina gewählt, welche den zusätzlichen Raumbedarf aufnehmen und über eine schlanke Erschließung verbunden sind.
ARCHITEKTUR
Der Zubau erfolgt mittels zweier Baukörper, welche parallel zum Südtrakt gesetzt werden. Die Gebäude in Holzbauweise werden so im Hang situiert, dass der östliche Baukörper auf einem belichteten Keller in Massivbauweise sitzt, der westliche im ebenen Bereich.
Die Gebäude sind so konzipiert, dass sie zwischen einander und zum Bestand hin unterschiedliche Freibereiche aufspannen, welche teils als lauschige Terrassen und teils als großzügige Höfe funktionieren.
Großzügige Verglasungen im Bereich von Aufenthaltsräumen sowie zu eingeschnittenen Gemeinschaftsterrassen bringen Licht in die Tiefe der Baukörper. Durch die Überdachung der Terrassen wird die sommerliche Überwärmung vermieden.
Die Verkehrsflächen des Schülerheimes sind bewusst so gestaltet, dass sie einen Mehrwert für die SchülerInnen darstellen. Es bilden sich Nischen und Ausblicke - die Flächen dienen als Kommunikations- und erweiterter Aufenthaltsraum. Endlos lange und dunkle Flure werden vermieden, stattdessen zahlreiche Frei- und Aufenthaltsbereiche angeboten.
Die Zimmer sind baugleich gestaltet, um durch den Vorfertigungsgrad eine kosteneffiziente Errichtung zu forcieren. Die Zimmereinheiten des Neubaus verfügen über je zwei Eingangstüren und zwei Garderobenbereiche. Das gemeinsam genutzte Bad spannt sich zwischen den Garderoben auf und verbindet die Einheit.
Bewegungsräume und Musikräume werden im Kellergeschoss untergebracht, welches barrierefrei über das Außengelände erreichbar sind bzw. über eine Treppe vom Eingangsbereich. Die darüber liegende Auskragung bildet eine einladende Vorzone zu den Räumen, welche dank der Hanglage offen und belichtet sind.
ÖKONOMISCHE, ÖKOLOGISCHE KRITERIEN / NACHHALTIGKEIT
Die Gebäude werden mit Brettschichtholz errichtet. Durch den hohen Vorfertigungsgrad kann die Bauzeit massiv gesenkt werden. Decken werden in Sichtqualität ausgeführt, um das Holz erlebbar zu machen. Stark belastete Innenwände werden mit Gipskarton verkleidet, in Teilbereichen sollen die Brettschichtholz - Platten sichtbar belassen werden, um das Material Holz spürbar zu machen.
Böden in Gangbereichen sowie Aufenthaltsräumen werden mit geschliffener und beschichteter Naturestrich - Oberfläche vorgeschlagen, welche pflegeleicht und ökologisch ist und hervorragend mit dem Baustoff Holz harmonisiert. In den Zimmern wird geölter Industrieparkettboden vorgeschlagen, um den "heimeligen" Charakter zu verstärken.
FUNKTIONALE KRITERIEN
Im Zuge der Errichtung des Neubaus wird der neue Eingangsbereich errichtet, welcher dem Südtrakt im Südosten vorgesetzt wird. Um die Höhenniveaus von Bestand/Neubau und Garderobe/Speisesaal optimal barrierefrei zu verbinden, wird der Aufzug in den Bestand in den Bereich des ehemaligen Windfanges gesetzt, welcher in allen Geschossen einen optimalen bestehenden Aufzugsschacht darstellt.
Die Bereiche der SozialpädagogInnen werden zentral im Neubau untergebracht, sodass alle Zimmer von da aus schnell erreichbar sind. Wäsche- und Müllbereiche werden ebenfalls im zentralen erschließungsbereich zwischen Alt- und Neubau verortet.