WB WOHNBAU STAINZ

ARCHITEKTUR
Die Häuser sind in Massivbauweise mit Wärmedämmverbundsystem und außenliegendem Sonnenschutz errichtet. Es gibt jeweils 6 - 9 geförderte Wohnungen in Größen von 58m2 - 90m2. Alle Wohnungen sind barrierefrei bzw. anpassbar und zeichnen sich durch klar geschnittene Grundrisse mit minimierten Gangflächen aus. Die 3 - und 4 - Zimmer Wohnungen sind durchwegs zwei- bis dreiseitig orientiert, was Querdurchlüftung ermöglicht und optimale natürliche Belichtung gewährleistet.
Ein großzügiger zentraler Fahrrad- und Kinderwagenraum für die gesamte Anlage wurde im 1.Bauabschnitt im Erdgeschoss des nördlichsten Hauses errichtet. Nur die beiden nordwestlichen Häuser sind unterkellert – sie beherbergen die Kellerabteile für alle BewohnerInnen der Siedlung. Diese beiden Häuser haben zusätzlich einen Aufzug.
Nach außen präsentieren sich die Baukörper überwiegend in warmem Naturholz. So haben die vorgelagerten Vertikalerschließungen und Laubengänge eine vorgehängte Fassade aus raumhohen unbehandelten Lärchenholzlamellen, welche zugleich die Absturzsicherung bildet. Die beiden nordwestlichen sowie die beiden nordöstlich gelegenen Häuser, deren Erschließungsseite den schallbelasteten Straßen- bzw. Zufahrtsflächen zugewandt sind, werden durch Laubengänge verbunden. Das spart Vertikalerschließungen (Treppen, Aufzüge) und schottet den Hofbereich schalltechnisch ab. Von der oberen Parkplatzebene aus erreicht man über zwei Brücken barrierefrei die ersten Obergeschosse dieser Häuser.
Zum Witterungsschutz vor Wohnungseingängen ist die Holzlamellenfassade durch raumhohe Glaselemente unterbrochen. Die vorgelagerten Erschließungen spannen vor den Wohnungen großzügige regensichere und helle Kommunikations- und Aufenthaltsflächen auf, welche von den BewohnerInnen möbliert und gemeinsam genutzt werden. Hofseitig sind die 2m tiefen Balkone ebenfalls mit (partiell raumhohen) Holzlamellen bekleidet, welche auch im individuellen Außenraum sicht- und witterungsgeschützte Bereiche bilden, ohne diese tatsächlich abzuschließen.

RAHMENBEDINGUNGEN
Durch die Verlegung des örtlichen Fußballplatzes an die Ortsgrenze wurde 2013 wertvoller Raum für einen zentrumsnahen Wohnbau in Stainz geschaffen und die ÖWGES Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft m.b.H. als Partnerin für das Bauvorhaben gewonnen. Aus dem geladenen Architekturwettbewerb im Frühjahr 2015 ging die Bürogemeinschaft der Grazer Architekten Brischnik / Seiner als Wettbewerbssieger hervor.
Das Grundstück liegt zwischen der Sauerbrunnstraße im Nordosten und dem Stainzbach im Südwesten und ist vorwiegend von kleinteiliger Einfamilienhausbebauung sowie dem im Südosten angrenzenden Freibad umgeben. Der Ebenheit des Fußballplatzes geschuldet liegt das Niveau des Areals ca. 3m tiefer als die Sauerbrunnstraße. Dieser Niveauunterschied, welcher sich im Bestand durch eine steile Böschung abgezeichnet hat, wurde im Entwurf genutzt, um einen Großteil der geforderten PKW Parkplätze auf zwei Ebenen im Bereich zur Sauerbrunnstraße unterzubringen.

