STADTBALKONE ÜBER DER MUR

160928_Perspektive 01_small.jpg

• Bauwerk allgemein

Die neue Tegetthoffbrücke ist nicht nur verbindender Bewegungsraum, sondern auch öffentlicher Raum, identitätsstiftender Ort und ein neues Landmark für Graz. Sie ist eine Aufwertung für das Stadtbild, attraktiver Aufenthaltsraum und Aussichtspunkt. Der Entwurf beruht auf einer eleganten Stahlkonstruktion basierend auf zwei Hauptträgern, welche an der Oberfläche der Brücke hervortreten und damit spür- und sichtbar gemacht werden. Die beiden Hauptträger werden durch ein Skelett aus Querträgern verbunden. Die frei sichtbare Konstruktion überspannt einer dynamischen Wirbelsäule gleich den Fluss und vereint Funktion und Design.

160928_Perspektive 02_small.jpg

• Bauwerk Gestaltung

Die Träger, welche in Feldmitte mit einer Höhe von ca. 1,20m aus der Brückenoberfläche hervortreten, trennen den Fahrverkehr im Zentrum vom fußläufigen Verkehr und schirmen damit in Brückenmitte zwei „Stadtbalkone“ von den Fahrspuren ab. Die Brücke weist hier ihre größte Breite auf, sodass Raum zum Verweilen gebildet wird. Hier finden sich Sitzbänke aus Holz, Mülleimer sowie ein Pflanzbecken. Dieses Stadtmobiliar ist über Schattenfugen an die Träger montiert. Der nördliche „Stadtbalkon“ bietet attraktiven Ausblick auf das Stadtpanorama und den Schlossberg, der südliche auf den Naturraum Mur. Die Stahlelemente der Brücke werden in Cortenstahl gefertigt, was der Brücke eine homogene Erscheinung verleiht. Der natürliche rotbraune Farbton gliedert sich harmonisch in den Naturraum Mur und ergänzt das Grün der Blätter sowie die changierenden Farben der Mur. Die Wahl von Cortenstahl hat auch ökonomische Vorteile: Zum einen verringern sich die Wartungs- bzw. Lebenszykluskosten, zum anderen ist Cortenstahl unattraktiv für Graffiti Sprayer. Sollte trotzdem Graffiti aufgebracht werden, dann lässt sich dieses aufgrund der schlechten Haftung mit einem Hochdruck- Reinigungsgerät einfach entfernen.

• Bauwerk Ausstattung

Das leicht nach innen geneigte Geländer ist in den Randbereichen der Brücke geschlossen in Cortenstahl ausgeführt. Zum Brückenzentrum hin gibt die Geländerkonstruktion den Blick auf die Mur zunehmend frei, indem ein Flachstahl – Stabgeländer verlaufend die geschlossene Brüstungsverkleidung ersetzt. So bietet sich im Bereich der Stadtbalkone der attraktivste Ausblick. Die Sitzbänke in Brückenmitte bestehen aus druckimpregniertem Holz.

• Verkehrsraumgestaltung

Urbane Mobilität ist in kommender Zukunft einem absehbaren Wandel unterworfen. Die Verkehrsräume für Fahrverkehr weisen daher größtmögliche Flexibilität auf, um zukünftigen Anforderungen gerecht werden zu können. Geschwindigkeitsunterschieden unterschiedlicher Mobilitätsformen wird im Entwurf der Brücke Rechnung gezollt. Der größte Unterschied besteht in der Geschwindigkeit von Fußgängern bzw. Verweilenden und dem Fahrverkehr, weshalb hier eine bauliche Trennung durch die Hauptträger Mehrwerte bewirkt.

ansicht.jpg
schnitt.jpg
Previous
Previous

WB VS Reininghaus, Graz

Next
Next

WB Gratwein _ 1. PRIZE